Doch etwas Hoffnung, hier Zurückhaltung

DDr. Karl Anderwald

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Doch etwas Hoffnung, hier Zurückhaltung

Langsam scheint sich in der Frage der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien etwas zu bewegen. Nicht zuletzt durch das Engagement der scheidenden österreichischen Botschafterin in Laibach, Sigrid Berka, hat sich die Lage der sieben, in einem Dachverband zusammengefassten Organisationen stabilisiert.

„Langsam scheint sich in der Frage der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien etwas zu bewegen.“

DDr. Karl Anderwald

Durch neue repräsentative Vereinsräume im Zentrum von Laibach ist die Volksgruppe nun in der slowenischen Hauptstadt sichtbar. Mit der periodisch erscheinenden „Laibacher Zeitung“ verfügt sie jetzt über ein zentrales Mitteilungsblatt. Der Beitritt folgender slowenischer Ex-Minister zur Volksgruppe erregte zudem Aufmerksamkeit: der frühere Tourismusminister Ingo Falk Pasch Wallersberg und der frühere Verteidigungsminister Tit Turnšek, der später Botschafter in China war. Turnšek war überdies noch bis 2019 Vorsitzender  des „Veteranenverbandes der nationalen Befreiungsbewegung“. Beide protestierten im Sommer 2020 in einem offenen Brief gegen die Äußerungen von Staatspräsident Borut Pahor in Wien, in der dieser die Existenz einer Volksgruppe bestritt. Anfeindungen in der Öffentlichkeit sind zwar verstummt, bei der Anerkennung geht aber nichts weiter.

Gemeinsame Landsleute

Etwas Hoffnung verbreitete der Präsident der zweiten Kammer des Parlaments, Alojz Kovšca, als er in einem Gespräch mit Christian Lautischer, dem 25-jährigen Obmann des Dachverbandes, die Möglichkeit andeutete, bei einer Parlamentsreform hier eine Einbindung der Volksgruppe vorzusehen. Österreichs Politiker üben sich weiterhin in Zurückhaltung. Es wird hingenommen, dass Slowenien alle Aufforderungen des Europarates, die „Sprachencharta“ auf die Deutschsprachigen zuwenden, ignoriert. Ungelöst bleibt die Finanzierung. In der Ära von Ministerin Karin Kneissl hat das Außenministerium wenigstens die Betriebskosten für die Vereinsräume übernommen. Sloweniens Leistungen sind „Peanuts“. Im vergangenen Jahr betrug die Subvention für „die gemeinsamen Landsleute“ (Copyright: Peter Kaiser) gerade einmal 10.000 Euro. Die Volksgruppe hofft daher, dass ihr  ̶  wie im Jahr 2000  ̶  ein  Teil der „Abstimmungsspende“ zur Verfügung gestellt wird.

Spittal an der Drau, 20. Dezember 2020

DDr. Karl Anderwald

DDr. Karl Anderwald (1940*) ist österreichischer Honorarprofessor und Politikwissenschaftler aus Spittal an der Drau (Kärnten). Der frühere stellvertretende Landesamtsdirektor ist Mitherausgeber des Kärntner Jahrbuchs für Politik.

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Dachverband der Kulturvereine der deutschprachigen Volksgruppe in Slowenien
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